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Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus

Seeland

Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus

 

Ru/ Am 27. Januar ist der Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus. Hintergrund dieses besonderen Tages ist der 27. Januar 1945, an dem das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von sowjetischen Truppen befreit wurde. Ausschwitz ist mit mehr als einer Million Ermordeter zum Synonym für den nationalsozialistischen Massenmord geworden.

Auch in der Stadt Seeland und vor allem im OT Hoym/Anhalt mit der Schloß Hoym Stiftung wird jedes Jahr an diesen Tag der Opfer gedacht. Die damalige Hoymer Siechenanstalt war in den Zeiten des Naziregimes eine Auffangstelle für Menschen, die als „lebensunwert“ bezeichnet wurden. Dabei handelte es sich um geistig behinderte, kranke, auch alte Menschen und sogar verwundete Soldaten, die der Gesellschaft keinen Nutzen mehr brachten. Zuerst wurden die Menschen zu Zwischenstationen verbracht, danach in Tötungsanstalten – die meisten nach Bernburg. 299 Namen konnten ermittelt werden. Diese wurden auf einer Gedenktafel festgehalten, die am 23. August 2002 im Schlosspark gegen das Vergessen aufgestellt wurde. Nicht vergessen zumal in einer Zeit, in der sich erneut rechtsradikales Gedankengut regt. Um eine Form des Gedenkens zu finden, die auch von späteren Generationen weitergetragen wird, wurde im Jahr 2018 damit begonnen Stolperplatten zu setzen. Aufgrund der Corona-Pandemie musste in diesem Jahr auf eine Gedenkveranstaltung verzichtet werden.

 

Die Verlegung der Platte durch den Leiter der Geschichtswerkstatt Torsten Martinius fand   daher unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Dieses Jahr erinnert die Gedenkplatte an Stephanie Bodenburg, die von den Nazis als „unwertes Leben“ abgestempelt wurde. Geboren wurde sie am 1. Mai 1913, kam mit 13 Jahren nach Hoym, bis ihr 1941 in der Gaskammer von Bernburg das Leben genommen wurde.  Für das Zuführen in die Gaskammern gab es exakte Vorschriften. In Hoym wurden ihnen einfach Leukoplast-Streifen auf den Rücken geklebt. Die Angehörigen wurden über den Verbleib ihrer Familienmitglieder getäuscht, erhielten eine standardisierte Mitteilung über die Verlegung aus „kriegswichtigen Gründen“, ohne weitere Angaben und nur mit dem Hinweis, sich bei Bedarf an die Gemeinnützige Krankentransport GmbH zu wenden. Auch über das Leben von Stephanie Bodenburg ist nicht mehr viel bekannt. Nach ihrem Aufenthalt in Hoym ging es für sie für 41 Tage nach Altscherbitz, danach in die Tötungshalle nach Bernburg.

 

Sie war erst 28 Jahre alt, als sie ermordet wurde.

 

 

Bild zur Meldung: Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus