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Tag des Gedenkens 2020

Hoym

Am 27. Januar 2020 fand in der Schloß Hoym Stiftung eine Feierstunde zum Tag des Gedenkens aller Opfer des Nationalsozialismus statt. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau von sowjetischen Truppen befreit. Damit wurde der 27. Januar zum Gedenktag aller Opfer des Nationalsozialismus. Auch in der Stadt Seeland und vor allem im OT Stadt Hoym/Anhalt mit der Schloß Hoym Stiftung wird jedes Jahr an diesem Tag der Opfer gedacht. Die damalige Hoymer Siechenanstalt war in den Zeiten des Naziregimes eine Auffangstelle für „lebensunwerte“ Menschen. Dabei handelte es sich um geistig behinderte, kranke, auch alte Menschen und sogar verwundete Soldaten, die der Gesellschaft keinen Nutzen mehr brachten. Zuerst wurden diese Menschen zu Zwischenstationen verbracht, danach in Tötungsanstalten – die meisten nach Bernburg. 299 Namen konnten ermittelt werden. Diese wurden auf einer Gedenktafel erfasst, die im Schlosspark gegen das Vergessen aufgestellt wurde. Vor zwei Jahren wurde zudem begonnen, die Namen auch auf Stolpersteinen festzuhalten. Jedes Jahr – bis zum Jahr 2317 – soll in jedem Jahr ein Stein mit dem Namen eines Verstorbenen gesetzt werden. Niemals darf vergessen werden, was damals an Nichtfassbarem hier geschah. Das bleibt wichtig, zumal es schon wieder Diskriminierung, Beleidigungen und Morddrohungen gegen Andersdenkende, Politiker und Juden gibt, wie erst vor kurzem geschehen bei dem Anschlag in Halle. Daran erinnerte Thomas Schiling, pädagogischer Leiter der Schloß Hoym Stiftung in seiner Gedenkrede. Niemals Die Steinplatte, die gesetzt wurde, ist Karl Schmidt gewidmet, der während eines Transportes den Tod fand. Er war 16. Jahre alt. Geboren wurde er am 4. Februar 1925 in Hoym. Durch einen Treppensturz verletzte er sich schwer und als seine Mutter ihn nicht mehr zu pflegen vermochte, wurde er in der Landessiechenanstalt aufgenommen. Da sich seine Krankheit nicht verbesserte, wurde er in einem der graulackierten Busse in das Zwischenlager Altscherbitz verbracht. Die Irren- und Heilanstalt Altscherbitz war eine Sammeleinrichtung für Kranke und Behinderte, die einen kontrollierten Weitertransport der Opfer in die Euthanasieanstalt organisierte. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung und dem Setzen der Stolperplatte legten Mitarbeiter und Bewohner von Schloß Hoym Stiftung sowie Vertreter der Stadt Seeland Kränze am Gedenkort im Schlosspark nieder. Anschließend begaben sich einige Vertreter der Stadt Seeland und der Schloß Hoym Stiftung auf den Weg zum Hoymer Friedhof, um auch an der Gedenkstätte für die achtzehn KZ-Häftlinge einen Kranz niederzulegen. Diese Häftlinge fanden in der Nähe von Hoym in den letzten Tagen des Krieges den Tod, auch ihr Schicksal bleibt unvergessen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Tag des Gedenkens 2020