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Tag des Gedenkens 2019

Hoym

Am 28. Januar 2019 fand in der Schloß Hoym Stiftung eine Feierstunde zum Tag des Gedenkens aller Opfer des Nationalsozialismus statt. Hintergrund dieses besonderen Tages des Gedenkens ist der 27. Februar 1945, an dem das Konzentrations- und Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau von sowjetischen Truppen befreit wurde. Ausschwitz ist mit mehr als einer Million Ermordeter zum Synonym für den nationalsozialistischen Massenmord geworden. Auch in der Stadt Seeland und vor allem im OT Hoym/Anhalt mit der Schloß Hoym Stiftung wird jedes Jahr an diesem Tag der Opfer gedacht. Die damalige Hoymer Siechenanstalt war in den Zeiten des Naziregimes eine Auffangstelle für „lebensunwerter“ Menschen. Dabei handelte es sich um geistig Behinderter, Kranker, auch alter Menschen und sogar verwundeter Soldaten, die der Gesellschaft keinen Nutzen mehr brachten.Zuerst wurden die Menschen zu Zwischenstationen verbracht, danach in Tötungsanstalten – die meisten nach Bernburg. 299 Namen konnten ermittelt werden. Diese wurden auf einer Gedenktafel festgehalten, die am 23. August 2002 im Schlosspark gegen das Vergessen aufgestellt wurde. Nicht vergessen zumal in einer Zeit, in der sich erneut rechtsradikales Gedankengut regt, das war den Rednern während der Gedenkveranstaltung wichtig. Um eine Form des Gedenkens zu finden, die auch von späteren Generationen weitergetragen wird, wurde im vergangen Jahr damit begonnen Stolperplatten zu setzen. Im vorigen Jahr war dies die Stolperplatte für Rudolf Weissenborn, einem fünf Jahre alten Jungen. In diesem Jahr folgte die Stolperplatte mit dem Namen von Ida Böhm. Sie war die Tochter eines jüdischen Lehrers und Kantors, geboren 1874. Nach dem Tode des Vaters lebte sie 20 Jahre im Armenhaus. Wegen psychischer Störungen wurde sie 1938 in die Landessiechenanstalt Hoym eingewiesen und im Alter von 66 Jahren in der Tötungsanstalt Bernburg vergast. Allen 299 namentlich erfassten Opfern soll nun eine solche Platte gesetzt werden, jedes Jahr eine weitere. Das ist dann tatsächlich ein Unterfangen, welches weit in die Zukunft trägt. Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung und dem Setzen der Stolperplatte legten Mitarbeiter und Bewohner der Schloß Hoym Stiftung sowie Vertreter der Stadt Seeland Kränze am Gedenkort im Schlosspark nieder. Anschließend begaben sich einige der Vertreter der Stadt Seeland und der Schloß Hoym Stiftung auf den Weg zum Hoymer Friedhof, um auch an der Gedenkstätte für die achtzehn KZ-Häftlinge einen Kranz niederzulegen. Diese fanden in der Nähe von Hoym/Anhalt in den letzten Tagen des Krieges den Tod, auch ihr Schicksal bleibt unvergessen.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Tag des Gedenkens 2019

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Tag des Gedenkens 2019 (11.02.2019)